Forum - Tag 4


Forum - Tag 4

Collective Impact

Wiese e.G. & Alabamakino


Programm
21. Juni, 11.00 - 15.00 h (Akkreditierte Fachbesucher:innen & Publikum)

Der Einlass für alle Fachbesucher:innen erfolgt per Akkreditierungs-Badge und vorbehaltlich verfügbarer Plätze. Bitte beachte, dass der Einlass nach dem Prinzip "first come, first served“ organisiert ist. Wir empfehlen daher, frühzeitig vor Ort zu sein.

Das interessierte Publikum kann Tickets für die Veranstaltungen des Forums am 20. und 21. Juni erwerben. Die Sessions sind jeweils direkt mit dem Webshop verlinkt.

Für alle Workshops bitten wir um eine vorherige Anmeldung spätestens am Vortag, da die Plätze hier begrenzt sind. Melde dich dafür bitte per E-Mail bei: benjamin@tanztriennale.de


11.00 - 12.30 h
Session 20 | Wie bewegen wir uns in einer von Konflikt geprägten Welt?
Theatersaal

Wir leben in einer Welt, die von Konflikten geprägt ist - von Gewalt, Trauer, politischen Spaltungen und deren langen Nachwirkungen. Tanzproduktionen und partizipative künstlerische Praktiken können in diesem Zusammenhang Räume eröffnen: um Emotionen zu durchleben, politische Positionen zu hinterfragen und zu konfrontieren, Zeugnisse zu teilen, Formen von Resilienz zu entwickeln und Orte der Gemeinschaft sowie des widerständigen Miteinanders zu schaffen.

Diese Session bringt Künstler:innen zusammen, deren Arbeiten sich unmittelbar mit diesen Realitäten auseinandersetzen. Agnietė Lisičkinaitė und Igor Shugaleev, das Duo hinter „Clap & Slap“, greifen auf persönliche Erfahrungen von Protest, nationaler Verantwortung und darauf zurück, wie der Körper Dinge speichert und verarbeitet, die sich sprachlich kaum ausdrücken lassen. Die Arbeit „Musseque“ von Fábio (Krayze) Januário ist geprägt von den Erfahrungen des angolanischen Bürgerkriegs, der 1975 begann, sowie vom Kuduro-Tanzstil, der aus dieser Zeit hervorging. Polina Bulat bringt ihre Erfahrungen aus der Arbeit mit weiblichen Kriegsveteraninnen in der Ukraine ein und vermittelt performative Kunstpraktiken als Mittel zur Verarbeitung der physischen und psychischen Auswirkungen des Krieges. Sina Saberi, dessen Arbeit von den langfristigen sozialen und politischen Folgen des postrevolutionären Iran geprägt ist, wird seine Forschungspraxis vorstellen. Dabei untersucht er, wie sich Schmerz – individuell wie kollektiv – in den Körper einschreibt und wie Körper sich an oppressive Strukturen erinnern, auf sie reagieren und ihnen widerstehen können.

Durch ihre künstlerischen Praktiken eröffnen sie nicht nur neue Einblicke in ihre Herkunftsregionen, sondern auch ein vertieftes Verständnis dafür, wie vielfältig Tanz und Kunst Menschen im Umgang mit Konflikten unterstützen können.

Gäste: Polina Bulat (Dance Agent und Managerin), Fábio (Krayze) Januário (Choreograph und Tänzer), Agnietė Lisičkinaitė (Choreographin und Performerin), Igor Shugaleev (Choreograph und Performer), Sina Saberi (Choreograph, Tänzer und Kulturmanager)

11.00 - 12.30 h
Session 21 | Tanzjournalismus: Wessen Stimmen, wessen Kulturen?

Tanzsaal EG

Tanzjournalismus spielt eine zentrale Rolle dabei, Tanz an ein Publikum zu vermitteln und mitzuprägen, wie Tanzformen, Kulturen, Tänzer:innen und Choreograph:innen wahrgenommen, bewertet und erinnert werden. Doch die Landschaft verändert sich: Wandel in Medienstrukturen, Budgets sowie neue Generationen von Leser:innen und Autor:innen beeinflussen zunehmend, wie über Tanz berichtet und wie Tanz dokumentiert wird.

Dieses Panel bringt freie Journalist:innen, Praktiker:innen und Tanzschaffende zusammen, um zu fragen, was sich verändert, was auf dem Spiel steht und was künftig gebraucht wird – insbesondere im Hinblick auf das Schreiben über Hip-Hop- und Clubtanzkulturen, die in der Tanzkritik lange übersehen oder missverstanden wurden.

Im Mittelpunkt stehen Fragen von Zugang, Repräsentation und kulturellem Verständnis sowie die Frage, wie Autor:innen das Wissen und die Perspektiven entwickeln, um über Hip-Hop- und Clubtanzkulturen zu schreiben, die die künstlerische Praxis und zeitgenössische Tanzproduktionen in ganz Europa prägen. Mit Blick auf unterschiedliche Generationen und kulturelle Perspektiven versteht sich die Diskussion als offenes Gespräch darüber, wie Tanzjournalismus heute aussehen kann und sollte – und für wen er geschrieben wird.

Gäste: Mawuto Dotou (Kommunikationsdesignerin, Educate to Recreate), Torben Ibs (Freier Journalist, Vorstandsmitglied TANZ.media e.V.), Yaël Koutouan (Journalistin, Kuratorin), Yeliz Pazar (Tänzerin, Choreographin, Mitbegründerin nutrospektif), Rico Stehfest (Freier Journalist, Vorstandsmitglied TANZ.media e.V.)

Moderation: Luise März (Dramaturgin und Tanzkuratorin, Kampnagel)

In Zusammenarbeit mit TANZ.media

13.00 - 14.30 h
Session 22 | Tanz, Hoffnung & Heilung
Tanzsaal EG

Ausgehend von körperlichen, geistigen und emotionalen Aspekten von Heilung zeigen die eingeladenen Künstler:innen, wie bewegungsbasierte und partizipative Praktiken Hoffnung entstehen lassen können - durch den Körper, durch gemeinsame Präsenz und durch das gemeinsame Schaffen von Bedeutung. Von Kreisritualen und Co-Kreation über Improvisation und Choreographie bis hin zu rituellen Formen versteht diese Session künstlerische Praxis als einen Weg, Trauer zu verarbeiten, Verbindung wiederherzustellen und neue Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

Wie wird der Körper zu einem Ort der Stärke und Widerstandskraft? Wie fühlt sich Hoffnung in Bewegung an? Und was bedeutet es, künstlerisch mit Heilung als Absicht zu arbeiten? Die Session fragt danach, wie Künstler:innen Räume für persönliche und gemeinsame Verletzlichkeit schaffen und wie Hoffnung dabei als bewusster - manchmal auch widerständiger - kreativer Akt sichtbar wird.

Gäste: Mia Habib (Tänzerin und Choreographin, designierte Direktorin von Carte Blanche – The Norwegian National Company of Contemporary Dance), Sangeeta Isvaran (Performerin, Social Artist und Aktivistin, Gründerin von Wind Dancers Trust – Katradi), Virginia (Aura) Lewerissa (Tanzkünstlerin mit Schwerpunkt Krump)

13.00 - 14.30 h
Physical Workshop | Kuduro für alle
Theatersaal

Kuduro entstand Ende der 1980er Jahre zunächst als Tanzstil und entwickelte sich später zu einem Musikgenre – einem afrikanischen House-Stil, der elektronische Elemente mit traditioneller Folklore verbindet. Praktiziert wurde Kuduro vor allem in den ärmeren Communities von Luanda, die mit den begrenzten Mitteln arbeiteten, die ihnen zur Verfügung standen. Charakteristisch für die Musik sind Breaks und Funk-Einflüsse, wie sie in den 1980er Jahren häufig zur Entwicklung von Melodien eingesetzt wurden, kombiniert mit Loops und Bewegungen, die eng mit den Lebensrealitäten vieler Menschen verbunden sind.

Der Name des Tanzes bezieht sich auf eine besondere Bewegungsqualität, bei der die Tänzer:innen wirken, als hätten sie „harte Hüften“ bzw. einen „steifen Unterkörper“. Die Bewegungen erzeugen einen aggressiven, rastlosen Tanzstil, der an Kampfbewegungen von Jean-Claude Van Damme erinnert.

Geleitet von: Fábio Januário

14.00 - 15.00 h
Film | Malika Djardi: Martyre – I Swear on My Mother’s Life
Alabamakino

„Martyre – I Swear on My Mother’s Life“ ist ein dokumentarisch-choreographisches Projekt über Marie-Bernadette, 74 Jahre alt, die in einem Pflegeheim mit Alzheimer lebt und ihre Fähigkeit zu sprechen nahezu vollständig verloren hat. Dennoch beginnt ihr Körper zu sprechen: durch Gesten, durch Bewegungen – in Tänzen, die nach ihrer Diagnose entstehen, obwohl sie zuvor nie Tanz praktiziert hat.

Ihre Tochter, selbst Choreographin, verfolgt diesen unerwarteten Ausdruck und macht ihn zum Ausgangspunkt einer filmischen Recherche. Was zunächst als stille Bewegung im Pflegeheim beginnt, weitet sich aus: in Flure, auf Straßen, in Cafés und öffentliche Räume – der Körper erschließt sich Orte, an denen er scheinbar nicht mehr verortet ist.


Gefördert als kultureller Leuchtturm durch:
Gefördert von:
Weiterer Hauptförderer:
Tanztriennale Hamburg e.V.
Forum 21.06.
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