Forum - Tag 1


Forum - Tag 1

Collective Impact

Wiese e.G.


Programm
18. Juni, 09.30 - 16.00 h
Für akkreditierte Fachbesucher:innen

Der Einlass erfolgt per Akkreditierungs-Badge und vorbehaltlich verfügbarer Plätze. Bitte beachte, dass der Einlass nach dem Prinzip "first come, first served“ organisiert ist. Wir empfehlen daher, frühzeitig vor Ort zu sein.

Für alle Workshops bitten wir um eine vorherige Anmeldung spätestens am Vortag, da die Plätze hier begrenzt sind. Melde dich dafür bitte per E-Mail bei: benjamin@tanztriennale.de


09.30 - 11.00 h
Session 1 | Collective Impact - Willkommen beim Tanztriennale Forum
Theatersaal

Was bedeutet es, zusammenzukommen – über Tanzkulturen und Unterschiede hinweg, auf der Suche nach gemeinsamen Erfahrungen und neuen Formen der Zusammenarbeit? Was braucht das Tanzfeld, um nachhaltig gestärkt zu werden? Und welchen Beitrag kann Tanz zu einer offeneren, empathischeren und menschlicheren Gesellschaft leisten?

Mit diesen miteinander verbundenen Fragen eröffnen wir das Forum und laden alle Teilnehmenden zu vier Tagen voller Reflexion, Austausch und Begegnung ein. Die Künstlerische Leitung der Tanztriennale blickt dabei auf die unterschiedlichen Formate und Gespräche des vergangenen Jahres zurück, die zum Forum hingeführt haben, teilt zentrale Erkenntnisse und offene Fragen und gibt Impulse für die kommenden Sessions. Eingeladene Gäste ergänzen das Programm mit Perspektiven, die sowohl zum Nachdenken als auch zur Bewegung anregen.

Körperlicher Einstieg von Virginia (Aura) Lewerissa (Tanzkünstlerin mit Schwerpunkt Krump)

Impulsgeber:innen: Eylül Fidan Akinci (Dance Programmer, STUK House for Dance), Sangeeta Isvaran (Performerin, Social Artist und Aktivistin, Gründerin von Wind Dancers Trust – Katradi)

Moderiert von Gwen Hsin-Yi Chang und Monica Gillette (Co-Künstlerische Leiterinnen der Tanztriennale)


11.00 - 11.30 h
Kaffeepause


11.30 - 13.30 h
Session 2 | Ensembles im Wandel
Theatersaal

Tanzensembles arbeiten heute mit einer immer größeren Vielfalt an Bewegungssprachen — vom klassischen Repertoire bis hin zu unterschiedlichsten choreographischen Ansätzen. Dadurch verändern sich auch die Anforderungen an Training und professionelle Weiterentwicklung. Dieses Panel untersucht, wie Ensembles sowohl Traditionen als auch neue künstlerische Sprachen aufnehmen können und dabei die kulturelle Sensibilität und Anpassungsfähigkeit entwickeln, die für die Arbeit mit unterschiedlichen Bewegungstraditionen und Trainingsmethoden notwendig sind.

Gleichzeitig wandeln sich auch die Leitungsstrukturen innerhalb von Ensembles: Das Bewusstsein dafür wächst, Tänzer:innen zu stärken, ihre künstlerischen Stimmen zu fördern und gemeinschaftliche sowie gesündere Arbeitskulturen zu schaffen. Die Diskussion bringt Künstlerische Leiter:innen renommierter Kompanien zusammen, um darüber nachzudenken und sich auszutauschen, wie sich künstlerische Experimentierfreude und Exzellenz mit Verantwortung und menschlicher Nachhaltigkeit verbinden lassen.

Gäste: Rémy Fichet (Ballettdirektor Leipziger Ballett), Muhammed Kaltuk (Choreograph, designierter Leiter der Tanzsparte am Musiktheater im Revier), Maud Le Pladec (Choreographin, Künstlerische Leiterin, CCN Ballet de Lorraine), Kristine Slettevold (Künstlerische Leiterin Cullberg)

Moderation: Christopher Bannerman (Visiting Professor, The Place London)

11.30 - 13.30 h
Session 3 | Verantwortung, Urheberschaft und künstlerische Freiheit - Gehört das, was mir gehört, auch dir?
Tanzsaal EG

Tanz hat sich schon immer zwischen Körpern und Gemeinschaften bewegt – über Grenzen und Traditionen hinweg. Wenn sich Bewegungspraktiken und Ausdrucksformen von einem Kontext in den nächsten verlagern, entstehen Fragen nach Authentizität, Einfluss und kultureller Aneignung.
Wem gehört eine Tanzform? Wer darf was tanzen, und wer kann auf bestimmte Bewegungssprachen, Geschichten oder kulturelle Traditionen zurückgreifen und mit ihnen arbeiten?

Wie kann man verantwortungsvoll handeln und zugleich die eigene künstlerische Freiheit verteidigen? Wer hat das Privileg, mit Hybridität zu experimentieren oder innerhalb einer Tradition Innovationen hervorzubringen? Und schließlich: Wie kann der Wunsch nach mehr Sichtbarkeit und Raum für Tanzkulturen jenseits dominanter Formen mit dem Anspruch verbunden werden, ihre Eigenständigkeit zu bewahren und sie nicht auf bloßen kulturellen Konsum zu reduzieren?

In diesem Gespräch werden wir unterschiedliche choreographische Praktiken beleuchten, die sich mit diesen Fragen auseinandersetzen. Gemeinsam möchten wir die Vielfalt und Mobilität von Tanzformen entfalten und zugleich die Verantwortung von Tanzschaffenden, Institutionen und Publikum reflektieren.

Gäste: Tony Mills (Künstlerischer Leiter, Dance Base), JC Hernandez (Multidisziplinäre Künstlerin, Educate to Recreate), Joy Alpuerto Ritter (Tänzerin und Choreographin), Mohamed Toukabri (Tänzer und Choreograph)
Moderation: Eylül Fidan Akinci (Dance Programmer, STUK House for Dance)

11.30 - 13.30 h
Session 4 | Plattformen neu denken - Sind Plattformen überholt?
Tanzsaal West OG

In den darstellenden Künsten ist eine „Plattform“ ein offizieller, kuratierter Raum, in dem Arbeiten Programmverantwortlichen präsentiert werden, Reputation aufgebaut wird und das Feld seine Maßstäbe definiert. Dieses Modell war sinnvoll in einer Zeit, in der Informationen schwer zugänglich waren, professionelle Netzwerke geografisch konzentriert und internationale Sichtbarkeit selten war. Doch diese Bedingungen haben sich grundlegend verändert – haben sich die Plattformen mitverändert oder basieren sie noch immer auf überholten Annahmen?
Diese Session widmet sich der Rolle von Plattformen im Tanzfeld – nicht, um zu bewerten, ob Plattformen gut oder schlecht sind, sondern um zu fragen, welche Funktion sie tatsächlich erfüllen: für Programmgestalter:innen, für Künstler:innen und für die Zirkulation von Arbeiten. Und ob sie dies gut, fair und im Interesse aller Beteiligten tun.

Gäste: Ratri Anindyajati (Künstlerische Leiterin, Indonesian International Dance Festival), Pedro Barreiro (Künstlerischer Leiter, O Espaço do Tempo und Portuguese Performing Arts Platform), Saeed Hani (Künstler und künstlerischer Leiter, Hani Dance / Movement Art International Dance Festival), Lisa Letnansky (Jurymitglied Swiss Dance Days, zukünftige Co-Leiterin des Tanzhaus Zürich), Gintare Masteikaitė (Künstlerische Leiterin des Lithuania Dance Information Center und Organisatorin der Baltic Dance Platform 2026)

Moderation: Niklaus Bein (Stellvertretende Leitung und Dramaturgie, K3 - Zentrum für Choreographie | Tanzplan Hamburg)


13.30 - 14.30 h
Mittagspause


14.30 - 16.00 h
Session 5 | Was wir aufgebaut haben und was wir zu verlieren drohen - Tanz, Kulturpolitik und Infrastruktur
Theatersaal

Während Haushaltskürzungen zunehmen und sich die politischen Rahmenbedingungen verschärfen, steht der Tanzsektor in Europa vor einem sich zuspitzenden Widerspruch: auf der einen Seite wachsende künstlerische Innovation und gesellschaftliches Engagement, auf der anderen Seite schrumpfende Ressourcen und prekäre institutionelle Bedingungen

Diese Session bringt Praktiker:innen und Interessenvertreter:innen zusammen, um die aktuelle Situation zu beleuchten, Beispiele sowie Strategien für Interessenvertretung und Bündnisbildung zu teilen und kritische Fragen darüber zu stellen, was notwendig sein wird, um die Errungenschaften der vergangenen Jahre zu schützen – künstlerisch, gesellschaftlich und strukturell - und sich gleichzeitig weiterhin für bessere Bedingungen für den Tanz einzusetzen.

Gäste: Eva Broberg (Geschäftsführerin, European Dance Development Network), Suzy Block (Artist Circle), Biljana Tanurovska - Kjulavkova (Lokomotiva, Nomad Dance Academy)

Moderation: Dr. Kerstin Evert (Künstlerische Leiterin, K3 - Zentrum für Choreografie | Tanzplan Hamburg)

14.30 - 16.00 h
Session 6 | Die unsichtbare Krise im Tanzfeld - mentale Gesundheit und die miteinander verflochtenen Belastungen von Tänzer:innen und Leitungsstrukturen
Tanzsaal EG

Das Tanzfeld steht vor einer weitgehend unausgesprochenen Krise: Psychische Belastungen betreffen Tänzer:innen sowohl in Ensembles als auch in der freien Szene. Diese entstehen nicht nur aus individuellen Umständen, sondern werden ebenso durch Organisationskulturen und Führungsstrukturen geprägt. Diese Diskussion bringt Fachpersonen aus Tanzmedizin, Dance Science, Tanzpädagogik, Psychologie und Leitungspositionen zusammen, um diese Belastungen mit analytischer Präzision und einem menschenzentrierten Blick zu untersuchen.

Wie tragen Arbeitsbedingungen, Kommunikationskulturen und Managementstile zu psychischer Belastung von Tänzer:innen bei – oder wie können sie davor schützen? Wie sieht verantwortungsvolle Führung in der Praxis aus, und wie können Transparenz und Vertrauen zu präventiven Instrumenten werden anstatt nur nachträgliche Überlegung zu sein?

Die Sprecher:innen widmen sich den Wechselwirkungen zwischen individuellem Wohlbefinden, institutioneller Verantwortung und systemischem Wandel. Ziel ist es nicht nur, psychische Belastungen sichtbar zu machen, sondern gemeinsam Perspektiven für eine nachhaltigere und menschlichere Zukunft des Tanzfeldes zu entwickeln.

Gäste: Paula Archangelo-Cakir (Psychologin, B.Sc.; Managerin, MBA; Vorstandsmitglied der International Association for Dance Medicine & Science IADMS), Stephanie Mattiussi (Leiterin für Dance Science und Gesundheit, London Contemporary Dance School), Iván Perez (Künstlerischer Leiter, Dance Theatre Heidelberg), Andreas Starr (Univ.-Prof. Andreas Starr, Institutsdirektor des Institute of Dance Arts IDA, Professor für Tanztechnik in Verbindung mit Dance Science, Bruckneruniversität Linz, Österreich)

Moderation: Dr. Anja Hauschild (Tanzmedizinerin und Beraterin, BG Klinikum Hamburg / BG Rehazentrum HafenCity)

In Kooperation mit dem 2. Hamburger Tanzmedizin-Symposium, organisiert und veranstaltet vom BG Klinikum Hamburg in Zusammenarbeit mit ta.med.

14.30 - 16.00 h
Session 7  | Künstlerische Begegnungen mit Schulen: Perspektiven und Spannungsfelder im Tanz für junges Publikum
Tanzsaal West OG

Das Netwzerk explore dance - Tanz für junges Publikum bringt mobile Pop-up-Produktionen direkt in Schulen und auf Bühnen und eröffnet jungen Menschen neue künstlerische Räume. Tanz in Schulen ermöglicht wertvolle Begegnungen, gleichzeitig treffen jedoch unterschiedliche Perspektiven aufeinander, was zu Konflikten, Widerständen und strukturellen Herausforderungen führen kann.

Es soll aufgezeigt werden, wie sich zunehmende gesellschaftliche Polarisierung und politische Spannungen konkret im Schulalltag und in künstlerischen Prozessen widerspiegeln. Themen wie Diversität, Körperlichkeit und offene Ausdrucksformen werden zunehmend zu Aushandlungsfeldern, die sowohl Schüler:innen als auch Künstler:innen betreffen.

Ausgehend von künstlerischen und internationalen Perspektiven diskutieren wir, wie Künstler:innen und Veranstalter:innen mit Druck, Kritik und Diskriminierung umgehen und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt. Im Mittelpunkt stehen Strategien, Bündnisse und Safer Spaces, die notwendig sind, um künstlerische Arbeit an Schulen trotz wachsender Spannungen aufrechtzuerhalten und Tanz langfristig als Raum für Austausch und Dialog mit jungen Menschen zu sichern.

Gäste: Laurent Meheust (Direktor Le Gymnase CDCN), Eddie Nixon (Künstlerischer Leiter The Place), Yotam Peled (Choreograph), Regina Rossi (Choreographin)

Moderation: Dan Thy Nguyen (Soziologe, Direktor Fluctoplasma Festival)

In Kooperation mit explore dance


Gefördert als kultureller Leuchtturm durch:
Gefördert von:
Weiterer Hauptförderer:
Tanztriennale Hamburg e.V.
Forum 18.06.
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